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Urlaub am Sandstrand: Ruhe, Meer, Strand und eine leidenschaftliche kleine Tierschützerin

Urlaub am Strand ist zu jeder Jahreszeit schön und sorgt dafür, dass Sie Ihre Seele baumeln und die Sorgen den Wellen übergeben können. Egal, ob Sie faul am Strand liegen oder Wassersport betreiben: Am Strand gibt es zahlreiche Dinge zu erleben, die Sie nicht vergessen und die Ihnen immer wieder in Gedanken ein Lächeln ins Gesicht zaubern.

Zwei verliebte Voegel auf einem Felsen

Nichts als Meer und Dünen, und zwei verliebte Vögel

Abgelegene Strände vereinen die unvergleichliche Natur mit Erlebnis und Meer. Mit Sicherheit vermissen Sie an einem versteckten Sandstrand keine Imbissbuden und legen sich auch gerne in den Sand, statt auf eine Liege. Umgeben von blauem Himmel, kristallklarem Meer und weißem Sand ist die Welt ein klein wenig friedlicher. Zumindest die meiste Zeit. Als ich mit meiner kleinen Tochter im ehemaligen Jugoslawien in Urlaub war, entdeckten wir tatsächlich eine kleine Bucht, in der vereinzelte Urlauber das süße Nichtstun genossen. Meine Kleine war völlig fasziniert von den zahlreichen Seesternen, die sich im Wasser tummelten. Sie fasste sie an, holte sie aus dem Meer und ließ sie eine Weile in Ihrem kleinen Wassereimer schwimmen. Maria, so heißt meine Tochter, gab den Seesternen sogar Namen und verabschiedete sich höflich von ihnen, als sie sie wieder in die Fluten warf.

Was stört die Ruhe am Strand?

Ich lag verträumt in der Sonne, als ich plötzlich lautes Geschimpfe und böse Worte hörte. Ich schaute zur Seite und da stand Maria wutentbrannt und brüllte ein Ehepaar an, das in der Nähe von uns lag. Grund für den Wutausbruch meiner Tochter war die Tatsache, dass das Ehepaar Seesterne aus dem Meer geholt hatte und auf einem Felsen trocknete. Sicher sollten die Seesterne als Andenken dienen, die sie mitnehmen wollten. Maria sah das und nahm kurzerhand alle Seesterne vom Fels und warf sie ins Meer. Meine kleine Tierfreundin beließ es aber nicht dabei. Sie schimpfte wie ein Rohrspatz und erklärte dem Ehepaar, dass sie so böse und gemein seien. Das Beste war die Tatsache, dass der Mann ca. 2 Meter groß war und Maria ihm androhte, ihn zu verhauen, wenn es das nochmal machen würde. Als der Mann mich ansprach und meinte, dass meine Tochter sehr frech sei, mischte ich mich in das Gespräch ein und verteidigte Maria mütterlich. Am Ende haben wir gesiegt und das Ehepaar verließ die Bucht. Maria meinte, dass sie am liebsten eine Seegurke nach der Frau werfen wollte. Seegurken sind glitschig und sehr schwammig. Alleine das Gefühl, eine Seegurke im Rücken zu haben, lässt mich schaudern. Aber Maria meinte, dass das zu gemein gegenüber der Seegurke sei. Wir beschlossen dann ein wenig zu schnorcheln und die Seesterne, Muscheln und Seeigel zu beobachten. Es ist schon erstaunlich, wie sehr ein kleines Mädchen die Natur schätzt und sie schützt. Natürlich verbrachten wir den Urlaub nicht nur mit Schorcheln. Am nächsten Tag gingen wir zu einem Tretbootverleih und machten uns auf unsere erste Schiffstour. Es ist unbeschreiblich, was das Meer ein wenig weiter draußen zu bieten hat. Das klare Wasser, die Riffe und die Muscheln sorgen für ein unvergessliches Gefühl der Ruhe und Achtung vor der Natur.

Das Meer, die Brandungen und ein einsames Segelschiff

Der letzte Tag am Meer

Wir wollten an unserem letzten Tag Wasserski laufen. Maria war ganz aufgeregt und es ist erstaunlich, wie schnell Kinder diese Sportart beherrschen. Völlig erschöpft kam sie aus dem Wasser und meinte, dass hier ganz viele Seeigel seien. Plötzlich hielt Maria inne, denn sie hatte das Ehepaar gesehen, das sie wegen der Seeigelattacke in die Flucht geschlagen hatte. Wieder hatte dieses Ehepaar einen Eimer dabei und sammelte dieses Mal statt Seesternen Seeigel, um diese zu trocknen. Wieder regte sich Maria auf. Nur dieses Mal sagte sie nichts, sondern handelte sofort. Sie riss der Frau den Eimer aus der Hand und schleuderte diesen weit ins Meer. Natürlich war die Frau völlig perplex und schaute wütend in meine Richtung. Was die Dame nicht sah, waren die Kinder, die Maria um sich gesammelt hatte. Diese waren von der Naturliebe meiner Kleinen angesteckt und bewarfen die Dame mit Sand. Sicher, das war nicht sehr nett, aber Maria ist eben effektiv. Als der Mann seiner Frau zur Hilfe eilen wollte (sonst tat es nämlich keiner), trat er in einen Seeigel und brüllte aus vollem Herzen. Ja, das tut weh. Maria ging zu ihm und tröstete ihn mit den Worten, dass das wieder heilt, aber dass er doch wissen müsste, dass die Seeigel beißen können. Wieder war der Mann verblüfft und plötzlich fing er an zu lachen und meinte, dass er jetzt endlich verstanden hätte, was Maria meinte.

Jahre später

Auch heute fahre ich einmal im Jahr mit meiner Tochter ein paar Tage ans Meer. Wir genießen die Sonne und das Wasser, aber betreiben auch viel Wassersport. Ich gehe leidenschaftlich Kite-Surfen und Maria liebt das Surfen und Tauchen. Doch jedes Jahr nehmen wir uns auch einen Tag frei, an dem wir nur am Strand liegen und gegen Abend eine Sandburg bauen. Ja, auch Erwachsene sind ab und an noch Kinder. Jedes Mal lassen wir die Zeit passieren und erinnern uns an den Urlaub, in dem Maria sich als leidenschaftliche Naturschützerin entpuppte. Tatsächlich ist es heute so, dass in vielen Gegenden Seesterne aussterben und Seeigel sehr selten sind. Deshalb bin ich heute fast noch stolzer auf meine Kleine und froh, dass sie damals die Seesterne gerettet hat. Könnten diese Tiere sprechen, würden sie mit Sicherheit von dem kleinen blonden Mädchen mit den langen Locken und dem frechen Grinsen erzählen, das ein paar ihrer Artgenossen gerettet hat.


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